Kanzleiviertel

Allgemeines

Der Grundstein des Kanzleiviertels des neuen Reiches wurde 1028 nBF gelegt - nach langen Beratungen des Herzogs, des Reichserzkanzlers und der Adligen des Herzogtums Nordmarken.

Schließlich setzte sich gegen den Wunsch des Herzogs, der einen Standort innerhalb Elenvinas, genauer gesagt im Wehrdorf Hlûtharshof im Osten der Stadt, bevorzugte, und gegen den Vorschlag Seiner Eminenz Jorgast von Bollharsch-Schleiffenröchte, der die Flußauen im Süden der Stadt an den Stadtmauern präferierte. Der Vorschlag Hartuwals vom Großen Fluss durch, der die Reichskanzleien abgelegen der Stadt, unter Reichs-, nicht Herzogenrecht, sehen wollte und darum einen Platz in den Weinbergen und somit in der Verlängerung der Kaiserallee wünschte.

Bei den Bauarbeiten auf einem Weinberg an der Reichsstraßen in den Nordmarken westlich der Stadt zeigte sich, dass der Standort der künftigen Reichskanzleien schon einmal ein wehrhaftes Gebäude beherbergt hatte, die ehemalige Königshalle Nordmarkens Nordmarkens.

1032 BF wurde das Richtfest des umfriedeten Kanzleiviertels gefeiert. Es ist fester Sitz für die alte Kanzlei für Steuern & Zölle, die Reichskanzlei und das Reichsgericht. Seit einiger Zeit ist auch der Bau der Kriegskanzlei (ehemals Kanzlei für Gestech, Scharmützel und allerlei Kurzweil) abgeschlossen.

Für das leibliche Wohl der Bewohner und Angestellten wurde die Ratsstube errichtet, deren Aufgabe es ist, für Speis und Trank im neuen Viertels zu sorgen.

Darüber hinaus existiert ein Gästehaus für die Kaiserin bei ihren Besuchen in Elenvina.

Das Kanzleiviertel zu Elenvina

Rundgang durch das Kanzleiviertel

Im Jahre 1027 BF wurde auf einem Hoftag beschlossen, die Verwaltung des Mittelreiches aus dem in der Schlacht in den Wolken verheerten Gareth nach Elenvina zu verlegen. Das neue Kanzleiviertel wurde auf einem malerischen Weinberg vor den Toren der Stadt errichtet. Am Fuß der Anhöhe steht das reich verzierte Nordmärker Tor (01). Jenseits seiner Gatter beginnt reichsunmittelbares Gebiet. Neben dem Tor wurde 1043 BF eine Zweigstelle des Garether Museums für Reichsgeschichte (02) eingerichtet, wo wechselnde Ausstellungen gezeigt werden. Über eine flache, für Pferde begehbare Treppe kommt man an der Nachtpforte, dem Koscher Tor (03), vorbei. Die Stiege führt schließlich zum Garether Tor (04), das mit seinen Ornamenten deutlich auf das Raulsche Reich verweist. Hier muss jeder Besucher seine Waffen abgeben. Allein Adeligen und Geweihten steht das Mitführen einer in Tuch eingeschlagenen Standeswaffe zu. Am „Hinterausgang“ des Kanzleiviertels, dem Almadaner Tor (05), herrscht weniger Publikumsverkehr. Hier sind die Kontrollen lascher. Auf den fünf Schritte hohen Befestigungsmauern hält die kaiserliche Schatzgarde Wache.

Herz des Kanzleiviertels ist der zentrale Kaiser-Reto-Platz. Das monumentale Reiterstandbild (06) Kaiser Retos wurde aus den Ruinen der Neuen Residenz in Gareth geborgen und hier auf einen neuen Sockel gestellt. Inmitten der Kanzleigärten steht der Ucuritempel (T01), auch Goldener Falkentempel genannt. Sehenswert ist sein kunstvolles Kuppelmosaik, das den göttlichen Falken darstellt, wie er den Frieden zwischen Göttern und Giganten in alle Sphären verkündet.

Auf der anderen Seite des Kaiser-Reto-Platzes stehen mehrere schmucke Fachwerkhäuser, in denen die obersten Kanzleiräte und die Abgesandten der Provinzen residieren. Hier liegt auch die Kanzlei für Scharmützel, Gestech & allerley Kurtzweyl (07), in der die reichsweit geltenden Regeln für Turniere gepflegt werden. Außerdem versorgt man von hier aus den reisenden Kaiserhof mit ausgefallenen Lustbarkeiten.

Dahinter steht die verwaiste Villa des Reichserzkanzlers (08) – seine Exzellenz weilt in Garetien oder am Kaiserhofe, aber nur selten hier.

Mitten im Viertel befindet sich die Kanzlei für Handel & Wandel (09). Die Räte dieses Hauses ersinnen neue Handelsgesetze, hüten die Rohalschen Maße (Urschritt, Urstein), prüfen die Marktordnungen der Reichsstädte und pflegen die Reichsstraßen. Im Gewölbe unter dem Kanzleigebäude lädt die Weinstube Kanzleikeller (Q5, P3) ein. In einem ihrer Hinterzimmer ist ein Phexschrein versteckt.

In der Kanzlei für allgemeine Reichsangelegenheiten (10) werden diplomatische Depeschen verfasst, Dekrete ausgefertigt sowie kaiserliche Hoheitsrechte und Eigengüter verwaltet. Die Kellergewölbe beherbergen das Reichsarchiv oder zumindest das, was nach der Verwüstung Gareths davon übrigblieb. Im hinteren Teil des Gebäudes befindet sich die Heroldskammer, wo die Reichswappenrolle vom Reichswappenkönig und den kaiserlichen Herolden geführt wird.

Gegenüber der Kanzleigärten steht das Reichsgericht (11). Nur dessen Niederadlige Kammer tagt hier ständig. Sie ist das Hochgericht für Reichsstädte und kaiserliche Eigengüter. Die Hochadelige Kammer, vor welcher sich der Hochadel verantworten muss, tritt nur bei Bedarf – meist auf Hoftagen – zusammen.

Dahinter erhebt sich die trutzige Schatzkanzlei (12), die über die Finanzen des Reiches wacht. Ihre meist zwergischen Kalkulatoren und Rekalkulatoren berechnen die Einnahmen und Ausgaben der Raulskrone. Auch die gefürchteten Augen der Kammer haben hier ihren Sitz. Sie prüfen die Bücher der Pfalzgrafen, Reichsvögte und Reichsstädte.

Im Hof der Kanzlei kann man die Schatzgarde antreffen, wie sie Ochsenkarren entlädt und schwere Truhen in den Kanzleifried (13) schleppt. Dieser mächtige Turm soll neben den Kerkern des Reichsgerichts und der Reichsschatzkammer auch eine „Hermetische Kammer“ aus Koschbasalt beherbergen.

Unweit des Kanzleiviertels hat Meister Grisian Bock seine Barbierstube (14) eingerichtet.

Entstehung des Kanzleiviertels

Die Reichsverwaltung befand sich bereits in einem tiefgreifenden Wandel, als der Reichskongress im Jahr 1027 BF eine folgenschwere Entscheidung traf: Nach der Verwüstung Gareths im Jahr des Feuers sollte die Administration des Mittelreiches an einen sichereren Ort verlegt werden. Da Jast Gorsam, der Herzog der Nordmarken zu jener Zeit die Reichsregentschaft innehatte, gelang es ihm rasch, Elenvina als neuen Sitz der Reichsbehörden durchzusetzen.

Während die einzelnen Reichsbehörden bereits im Phex des Jahres 1028 BF provisorische Quartiere bezogen (vgl. AB 116, S. 5f.) , begannen die Vorbereitungen für das ehrgeizige Bauvorhaben. Mit der Planung und Umsetzung wurden die angesehenen Baumeister Palladiosch Sohn des Vitrufax und Selinde Neidenstein betraut. Trotz der enormen Ausmaße des Projekts schritten die Arbeiten ungewöhnlich rasch voran. Bereits nach sechs Jahren konnte das neue Verwaltungszentrum des Reiches feierlich eingeweiht werden (vgl. AB 142, S. 4).

Ein Rundgang durch das Viertel

Wer die Kanzleien des Reiches aufsuchen möchte, muss sich nördlich der eigentlichen Stadt Elenvina zu dem alten Weinberg begeben, dessen Mauern heute von Wehrgängen und Türmen gekrönt werden. Schon aus der Ferne sind die markanten Türme des Kanzleiviertels zu erkennen.

Drei dieser Türme ragen unmittelbar aus der Umfassungsmauer empor. Sie tragen die Namen bedeutender Reichserzkanzler vergangener Zeiten: Randolph von Rabenmund, Fidibert von Bregelsaum und Danka von Sturmfels. In ihren Gemäuern befinden sich heute eine Prägestätte mit Siegelschneiderei, die Unterkünfte des kaiserlichen Kurierdienstes (KBKD), sowie ein Zeughaus. Über allem erhebt sich jedoch der gewaltige Kanzleifried , dessen fünfzig Schritt hohe Mauern das Viertel weithin sichtbar überragen.

Am Fuß des Hügels empfängt Besucher das reich geschmückte Nordmärker Tor (1). Rechts neben dem Tor wurde 1043 BF eine Zweigstelle des Garether Museums für Reichsgeschichte (nicht auf dem Plan) eingerichtet, wo wechselnde Ausstellungen gezeigt werden. Mit dem Passieren des Tores betritt man reichsunmittelbares Gebiet, das unmittelbar dem Reichserzkanzler untersteht. Von dort führt die breite Kanzleitreppe (2) am Koscher Torturm (3) - der Nachtpforte - vorbei hinauf zum Garether Tor (4). Solange die Wege schneefrei sind, können Reiter diesen Aufstieg problemlos bewältigen; Fuhrwerke hingegen müssen den längeren Weg durch die Weinberge nehmen und passieren das Almadaner Tor (5).

Das Garether Tor überrascht den Besucher mit kunstvollen Greifen- und Fuchsornamenten. Spätestens hier endet jedoch jede Nachlässigkeit: Sämtliche Waffen sind abzugeben, denn innerhalb der Mauern gilt der strenge Kanzleifrieden, dessen Einhaltung von der Schatzgarde aufmerksam überwacht wird.

Hinter dem Tor öffnet sich der weitläufige Kaiser-Reto-Platz (6). Sein Mittelpunkt ist das monumentale Reiterstandbild Kaiser Retos, das an die Eroberung Maraskans erinnert. Die meisterhafte Bronzearbeit stand einst im Park der Neuen Residenz zu Gareth und fand nach deren Untergang hier einen neuen Platz.

Zur Rechten erstrecken sich die Kanzleigärten. Zwischen jungen Bosparanien und dichten Eibenhecken blühen Rittersporn, Kaisermäulchen und die seltenen Kaiser-Hal-Rosen. Im Zentrum der Gartenanlage erhebt sich der Goldene Falkentempel des Ucuri (14). Besonders bewundert wird sein prachtvolles Kuppelmosaik, das den göttlichen Falken zeigt, wie er den Frieden zwischen Göttern und Giganten in alle Sphären trägt. Das darunter aufgestellte Kultbild erinnert auffällig an den legendären „Greifen“, den sagenumwobenen Begründer der Ucuriaten, die das Heiligtum betreuen.

Linker Hand des Platzes stehen mehrere gepflegte Fachwerkhäuser. Hier befinden sich die Gesandtschaften der großen Provinzen, darunter das Albernische Haus, das Darpatische Hotel und die Garether Residenz. Ebenfalls hier angesiedelt sind die Kanzlei für Scharmützel, Gestech & allerley Kurtzweyl (7) sowie das Palais des Reichserzkanzlers (8). In den rückwärtigen Bereichen des Viertels liegen Werkstätten, Druckereien und die Quartiere der Schatzgarde .

Wer den Kaiser-Reto-Platz überquert, gelangt zur Kanzlei für Handel und Wandel (9) sowie zur Allgemeinen Kanzlei (10). Dahinter erhebt sich das Reichsgericht (11). Folgt man dem Weg weiter, erreicht man den gesicherten Vorhof der Schatzkanzlei (12). Hier wacht das Almadaner Tor (5) über die Straße, die vom Weinberg heraufführt. Nicht selten beobachtet man Angehörige der Schatzgarde beim Entladen von Steuerkarawanen, deren schwere Truhen anschließend in den Kanzleifried (13) gebracht werden.

Der mächtige Turm bildet das Herzstück der Anlage. Neben den Kerkern des Reichsgerichts und den Gewölben der Reichsschatzkammer soll er zahlreiche weitere Geheimnisse bergen: die Aufbewahrungsstätte der Rohalschen Maße, feinste Waagen und Eichgeräte, ein Auguratorium zur Befragung des Auges des Morgens sowie eine sagenumwobene Hermetische Kammer aus schwarzem Koschbasalt.

Ämter im Kanzleiviertel

  • Reichrat / Reichsrätin: Formal Leiter einer Reichskanzlei; heute eher ein reiner Ehrentitel, da die Kanzleien de facto von deren Stellvertretern geleitet werden. Anrede: Exzellenz.
  • Oberster Kanzleirat / Oberste Kanzleirätin: In der Allgemeinen Kanzlei Leiter:in einer Abteilung („Stube“), in den übrigen Kanzleien Stellvertreter:in des Reichsrates. Anrede: Exzellenz
  • Erster Rat: Stevertretender Leiter der Allgemeinen Kanzlei. Anrede: Exzellenz.
  • Kanzleirat/Kanzleirätin : Leiter:in einer Unterabteilung. Anrede: Meister, höflichkeitshalber aber auch Exzellenz.
  • Notar: Schreiber mit Siegelgewalt. Anrede: Meister.
  • Reichswappenkönig: Führt die Wappenrolle des reiches. Anrede mit Amtsname „Newrych“ oder Exzellenz.
  • Kaiserliche Herolde: Assistenten des Wappenkönigs. Dienen den Kanzleien als Boten, Diplomaten und Turnierrichter. Anrede mit Amtsnamen z.B. Beilunko, Albernio, Garetho etc.
  • Kaiserliche Persevanten: Assistenten der kaiserlichen Herolde. Anrede mit Amtsnamen z.B. Gratenfelso, Greifenfurtio, Perricumo etc.
  • Reichskronanwalt: Vertritt die Kaiserin am Reichsgericht und fürht die Anklage in ihrem Namen. Anrede: Exzellenz.
  • Reichsrichter: Je nach Kammer Hoch- oder Niederadelige, die im Gericht als Richter dienen. Anrede: In der Verhandlung Euer Ehren.
  • Erster Reichsrichter: Derzeit der Graf von Ferdock. Anrede: In der Verhandlung Euer Ehren.
  • Augen der Kammer: Steuerprüfer des Reiches. Anrede: Bei einer Prüfung (aus Höflichkeit) Exzellenz.

Der Goldene Falkentempel

Mitten in den Kanzleigärten steht der Ucuritempel. Er wird geleitet von der Praiosgeweihten Ucuriaste dyll Arÿios (*998 BF, 1,74 Schritt, stammt von den Zyklopeninseln, Philosophin, die sich im Kanzleiviertel kaum entfalten kann). Ihr gehen die Tempeldiener Rafik Ballurat (*1006 BF, 1,83 Schritt, schwarze Augen, lange, schwarze Haare, Spitzbart, Almadaner) und Edric Knurrpfütz (*1012, 1,77 Schritt, nussbraune Augen, blonde Haare; etwas geckenhaft, aber freundlich und rechtschaffen, Kaiser-Alrik-Schnauzer) zur Hand. Neben der Seelesorge der Beamte des Kanzeiviertels kümmern sie sich um durchreisenden Mitgleider der Ucuriaten und des KBKD. Die Tempeldiener sind gleichsam die Nachtwächter des Kanzleiviertels.

Das Reichsgericht

Das Reichsgericht wird in zwei Kammern aufeteilt. Nur die Niederadelige Kammer tagt dauerhaft in Elenvina. Sie ist das Hochgericht für die kaiserlichen Eigengüter (kaiserliche Allodgüter, Reichsstädte, Pfalzgrafschaften). Die Hochadelige Kammer die über den Hochadel richtet, tagt meist nur anlässlich eines Reichskongresses. Die Sitzungen der unteren Kammer finden im Audienzsaal statt. Der oberste Reichsrichter vertritt hier die Kaiserin und nimmt unter einem tiefblauen Baldachin platz. Die reich verzierte Kassettendecke des Saales zeigt praiosgefällige Motive, während eine aus den Trümmern Gareths gerettete Praiosstatue die Besucher an Wahrhaftigkeit und Gerechtigkeit mahnt. Regelmäßig tagt hier die Niederadlige Kammer, die zugleich als Hochgericht für die kaiserlichen Eigengüter fungiert.

Beschlüsse des Reichsgerichtes müssen vom Reichsseneschall, dem Herzog der Nordmarken, zeremoniell mit dem Reichsrichtschwert Guldebrandt berührt und dann mit dem Großen Reichssiegel gesiegelt werden. Erst dann sind sie gültig. Er kann einem Urteil aber auch sein Placet verweigern, es an das Gericht zur Neuverhandlung zurückgeben oder es der Kaiserin zur Überprüfung vorlegen.

Die Allgemeine Kanzlei

Die Allgemeine Kanzlei zählt zu den repräsentativsten Bauwerken des Viertels. Offiziell lenkt der Reicherzkanzler Alarich Ruhmrath von Gareth-Sighelmsmark von hier aus das die Politik des Reiches. Tatsächlich ist er aber nur sehr selten im Kanzleiviertel anzutreffen. Auch sein Statthalter der Reichsrat Gwydian ui Bennain wird nicht all zu oft in Elenvina gesehen. Daher hat dessen Stellvertreter, der Erste Rat Egtor von Ibenburg die eigentliche Leitung der Kanzlei inne.

Das Gebäude besticht durch seine harmonisch gestaltete Hauptfassade. Sie wird von zwei Halbtürmen eingerahmt, während sich im Inneren ein großzügiger Hof befindet, der auf allen Ebenen von eleganten Arkadengängen umgeben ist. Anders als die gewaltigen Monumentalbauten des alten Gareth folgt die Architektur hier einer leichteren und ausgewogeneren Formensprache.

Besonders eindrucksvoll präsentiert sich der Große Wappensaal. In die kunstvolle Holzvertäfelung wurden die Wappen sämtlicher Provinzen, Grafschaften und Baronien des Reiches eingelassen. Besucher erreichen ihn über die feierliche Kaiser-Raul-Treppe, deren Stufen aus blauem, gelbem und rotem Marmor gefertigt sind. Der Weg führt zunächst durch die Kaiser-Reto-Galerie, in der zahlreiche Bildnisse bedeutender Persönlichkeiten aus der Regierungszeit des Maraskaneroberers ausgestellt werden. Von dort gelangt man auch in die Amtsräume des Reichserzkanzlers, die scherzhaft als Bosparanien-Kabinett bezeichnet werden.

In der sogenannten Siegelkammer werden Urkunden beglaubigt sowie Gesetze, Verordnungen und Erlasse vorbereitet. Ihr sind mehrere Kanzleistuben unterstellt, die aus den einstigen Unterkanzleien Gareths hervorgegangen sind und jeweils von einem Kanzleirat geleitet werden.

Die Schreibkammer übernimmt den umfangreichen Schriftverkehr zwischen den Reichsbehörden, dem reisenden Kaiserhof, den Vasallen der Krone, auswärtigen Gesandtschaften und fremden Herrschern.

Dem Obersten Herold und Reichswappenkönig Gerwulf von Pallingen, der im Amt den Namen Neuwreych führt, unterstehen das Neue Reichsarchiv sowie die Heroldskammer. Dort werden nicht nur sämtliche Wappen des Reiches in der Reichswappenrolle verzeichnet, sondern auch die von den Kaisern verliehenen Privilegien dokumentiert. Die Reichsherolde stehen in engem Austausch mit den übrigen Kammern, da sie häufig als Gesandte der Krone oder Verkünder neuer Erlasse entsandt werden. Die Hohe Kammer unterstützt Reichserzkanzler bei den laufenden Regierungsgeschäften.

Meisterinformation: Im Rahmen der Kaisersternkampagne werden sich hier Änderungen ergeben.

Reichsschatzkanzlei

Die Schatzkanzlei gleicht eher einer Festung als einem Verwaltungsgebäude. Mächtige Mauern aus Zwergenguss, mit Granit verziert, schwere Stahltore und kunstvoll geschmiedete Fenstergitter vermitteln den Eindruck nahezu uneinnehmbarer Sicherheit. Gleichzeitig ranken sich zahlreiche Gerüchte um verborgene Gewölbe, geheime Räume und ausgeklügelte Schutzvorrichtungen.

Die Leitung der Behörde liegt auch 1048 BF immer noch in den Händen der erfahrenen Reichsrätin und Reichsschatzmeisterin Thalia von Eberstamm, einer Schwester des Fürsten von Kosch. Sie wird vertreten vom Obersten Kanzleirat Garthog Sohn des Gilemon, einem wahren Rechengenie.

Die angespannte Finanzlage des Reiches sowie die gelegentlichen Eingriffe des Reichserzkanzlers in ihre Zuständigkeiten bereiten ihr allerdings beträchtliche Schwierigkeiten.

In der Tributstube werden Steuern, Abgaben und Zölle von Pfalzgrafen und Kronvasallen eingefordert. Die Zahlstube verantwortet sämtliche Ausgaben des Reiches, insbesondere jene für Hofhaltung, Tross und Verwaltung.

Die Rechenstube beschäftigt zahlreiche Calculatoren und Recalculatoren, die Einnahmen und Ausgaben sorgfältig miteinander abgleichen. Für das Münzwesen des Reiches sowie die Kontrolle der Zehntmänner der Pfalzgrafen ist die Münz- und Eichstube zuständig. Die Regalienstube schließlich überwacht die kaiserlichen Domänen, Forsten und sonstigen Eigengüter und wacht über die fiskalischen Hoheitsrechte der Raulskrone.

Der Schatzkanzlei untersteht auch die etwa 50 Kopf starke Schatzgarde unter Obristin Merisa Nistocra, die für die Sicherheit des gesammten Kanzleiviertels zuständig ist. Ferner unterhät die Kanzlei etwa ein halbes Dutzend „Augen der Kammer“. Unter Kaiser N.N. durften diese sogar die Bücher von Provinzherren prüfen. Seit der Ochensbluter Urkunde kontrollieren sie nur noch die Bilanzen der Reichsstädte, kaiserligechen Vögte und Pfalzgrafen.

Kanzlei für Handel und Wandel

Formell steht die Kanzlei für Handel und Wandel unter der Leitung von Reichsrätin Elea Baronin von Ruchin. Da sie jedoch in ihrer Funktion als kaiserliche Zahlmeisterin überwiegend am Hof der Kaiserin tätig ist, wird die Behörde in Elenvina faktisch vom Obersten Kanzleirat Kliets von Boerkeln geführt.

Ursprünglich war vorgesehen, für die Kanzlei kein eigenes Gebäude zu errichten. Gegen diese Pläne regte sich jedoch erheblicher Widerstand seitens des Reichsstädtebundes, der schließlich großzügige Mittel für einen Neubau bereitstellte.

In der Handelsstube entstehen neue Handelsgesetze, bestehende Regelwerke werden überprüft und überarbeitet, und die kaiserlichen Handelsprivilegien werden verwaltet. Die Marktstube kümmert sich um die wirtschaftlichen Belange der Reichsstädte und beaufsichtigt die Vergabe von Markt-, Zunft- und Gildenrechten.

Die Reichsstraßenstube vereint mehrere ältere Unterkanzleien, die einst getrennt für Straßenbau, Fuhrwesen sowie Hafen-, Wasser- und Kanalbau zuständig waren.

Unter den Gewölben des Gebäudes befindet sich eine beliebte Weinstube, die regelmäßig von Kanzleiräten und Beamten besucht und ist insbesondere für ihren berühmten „Kanzlertropfen“ bekannt. Dabei handelt es sich um den Wein, der aus den Reben des Weinberges gekeltert wird, auf dem das Kanzleiviertel steht. In einem Hinterzimmer der Weinstube verbirgt sich ein Phexschrein.

Kanzlei für Scharmützel, Gestech & allerley Kurtzweyl

Die Kanzlei für Scharmützel, Gestech & allerley Kurtzweyl hat ihren Sitz in einem vergleichsweise bescheidenen Fachwerkhaus. Ihre Ursprünge reichen bis in die Regierungszeit Kaiser Pervals zurück. Damals verweigerten die Herolde die Umsetzung mehrerer besonders blutiger Änderungen der Turnierordnung, woraufhin die neue Behörde geschaffen wurde.

Trotz zahlreicher Reformen und Umstrukturierungen der Reichsverwaltung hat die Kanzlei bis heute Bestand. Seit 1020 BF bekleidet Reichsrätin Quisira von Kaldenberg zugleich das Amt der Kanzleirätin für die allgemeine Turnierordnung sowie für die Organisation kaiserlicher Spiele und Turniere.

Unterstützt von einigen Schreibern, Sekretären und Aktendienern arbeitet sie an einem reichsweit einheitlichen Regelwerk für Turniere. Darüber hinaus bemüht sich die Kanzlei, den reisenden Kaiserhof auch fernab größerer Städte mit Festlichkeiten, Schaustellungen und Gauklerspiel zu versorgen. Bisweilen entsendet die Reichsrätin auch kaiserliche Herolde als Beobachter auf Turneien im ganzen Reich. Sie achten auf das einhalten der Reichsweiten Turniergesetze.

Meisterinformation: Reichsrätin Quisira von Kaldenberg wurde im Ingerimm 1046 BF am Rande der Feierlichkeiten für die 25-Jahr-Feier der Dritten Dämonenschlacht von der Schwarzschelmin entfürht. Tapfere Recken konnte sie auf dem Allaventurischen Konvent 2024 befreien. Seitdem hat die Reichsrätin ihren Sinn für Humor verloren.