Junkergut Bollhag

Nor-I-03P-J8 Gut Bollhag

Wappen des Junkerguts Bollhag

Wappen
Karte des Lehens

Karte des Junkergut Bollhag

Lage des Lehens
Junkergut in Baronie Herzöglich Bollharschen in der Stadtmark Elenvina

Junkergut in Baronie Bollharschen in der Grafschaft Elenvina

Status:
Bespielt
Kontakt: Bollenschlag

Das Gut umfasst die südwestliche Ecke von Baronie Herzöglich Bollharschen, grenzt praioswärts bereits an Almada und im Efferd, in den Höhenzügen des Bollhager Massivs, an die Herzöglich Fuchsgau. Es gibt einen schmalen, nur im Sommer gangbaren Fußpfad hinunter ins mittägliche Yaquirtal, firunwärts ist eine immerhin mit Ochsenkarren befahrbare, aber nur im Sommer und Frühherbst nutzbare Passstraße die einzige Anbindung an die Herzogenstadt Alborath und die Via Ferra – und damit an den Rest der Nordmarken.

Von Alborath praioswärts führt die Passstraße in ein Land von rauer Schönheit: das Junkergut Bollhag, verborgen zwischen schroffen Bergen, geprägt von dunklen Wäldern und klaren Bächen. Der Weg windet sich zwischen steilen Felswänden hinab, vorbei an Krüppelkiefern, die sich an den Hängen festkrallen, und lichten Flecken, wo allein Kräuter und Flechten dem Stein trotzen. Die Luft ist klar, durchzogen vom Duft nach Lärchenharz und Bergkräutern, während hoch über den Gipfeln ein Adler seine Kreise zieht. Schon jetzt offenbart das Land seinen Charakter: herb, wild und schön zugleich – karg in den Höhen, dunkel und dicht in den Wäldern der Täler.

Beim Abstieg öffnet sich der Blick auf die ehrfurchtgebietende Firunsfeste, die die Menschen auch „Göttermauer“ nennen. Wie ein gewaltiges Bollwerk aus Fels und Eis erhebt sie sich, teilt das Junkergut in Nordbollhag und Südbollhag und lässt nur einen schmalen Übergang zu. Im Sommer mag der Pfad mühsam zu erklimmen sein, doch im Winter legt Firun selbst die Hand darüber und macht ihn unüberwindbar. Alte Geschichten erzählen, Firun habe diesen Wall gesetzt, um das Leben selbst zur Prüfung zu machen. Wer die Firunsfeste bezwungen hat, weiß, warum die Menschen hier von einem „Gottesprüfstein“ sprechen: Denn dieser Wall trennt nicht nur Täler – er prüft den Willen, den Leib und den Glauben jedes Wanderers.

Zu den Füßen des Massivs öffnet sich der Bollkessel, ein von Felsgraten umschlossener Talkessel, den die Einheimischen auch den Steinwachtgrund nennen. Dort, am Fuß eines Stollenmundlochs, drängen sich die Häuser von Steinwacht an einen Felsabsatz, wo das Wasser eines Baches silbern glitzert und das Pochwerk antreibt. Menschen und Zwerge arbeiten hier Seite an Seite: das rhythmische Schlagen der Hämmer, das Knarren der Sägen und das Rufen der Fuhrleute hallen durch die Straßen und erzählen von Fleiß und Gemeinschaft. Rauch steigt aus den Schornsteinen der Köhler auf, der Geruch von Harz, Kohle und feuchtem Stein hängt in der Luft. Schmiede, Steinbrecher, Fuhrleute und Zimmerer gehen ihrem Tagewerk nach, während Zwergensippen ihre Stollen tiefer in den Berg treiben. Hier herrscht Betriebsamkeit, doch auch eine stille Würde. Jeder weiß, dass der Winter gnadenlos sein wird, und so wird im Sommer mit doppeltem Eifer gearbeitet. Hoch über dem Dorf thront die Bergwacht Dagozim, unerreichbar und stolz. Man munkelt, dass ein geheimer Gang durch den Berg die beiden Orte verbindet – doch wer ihn kennt, schweigt.

Von Steinwacht führt der Weg hinauf zur Firunsfeste. Acht Stunden dauert die Überschreitung des Höhenzuges, der Nord- und Südbollhag voneinander trennt. Der Pfad ist steil und steinig, gesäumt von Schutzhütten und Ställen der Säumer, vom Wind zerzaust und vom Schnee gezeichnet – stumme Zeugen des Kampfes gegen die Elemente. Esel und Ochsen mühen sich auf den Geröllpfaden, und an so manchem Rastplatz sind die Wände mit eingeritzten Jagdsprüchen gezeichnet – Bitten um gnädiges Wetter und sicheren Übergang.

Schließlich erreicht der Wanderer den Südhang des Massivs. Dort liegt der kleine Weiler Köhlersrast, Rastplatz zwischen den Welten, wo Wagenremisen, ein schlichtes Gasthaus und die Höfe der Säumer Ankommende willkommen heißen. Hier sammelt sich der Verkehr, hier tauscht man Geschichten über Lawinen, umgestürzte Bäume und die Mühen des Winters aus. Im Sommer klingt das Lachen der Säumer über die Höfe, doch sobald der Schnee den Pass verschließt, verlagert sich das Leben: Die Menschen wenden sich der Forstwirtschaft zu, und manche ziehen hinab ins Dorf Bollhag oder nach Hainruh.

Und dann, nach langem Abstieg, öffnet sich das Bollhag-Tal, efferd- und aveswärts von Gebirgsketten umschlossen, praioswärts jedoch sanft abfallend, bis am Horizont die fernen Gestade Almadas zu erkennen sind. Zwischen Fichten- und Lärchenwäldern sammelt sich der Bollquell – klares Bergwasser aus vielen Quellen und kleinen Bachläufen, die sich im Tal vereinen. Gegen Süden hin schiebt sich der Bergrücken von Westen ins Tal und drängt den Strom in eine enge Passage: hier beginnt der Bollquell-Tobel, der ihn tiefer hinab ins Yaquirtal führt. Ein alter Saumweg folgt diesem Lauf und trägt in den schneefreien Monaten Bollhags Güter praioswärts.

Weiter unten, zwischen den dunklen Fichten, liegt Dorf Bollhag – wie ein Hort der Beharrlichkeit, geborgen in der rauen Umarmung der Berge. Rauchfahnen steigen aus den wettergegerbten Schindeldächern, das Schlagen der Schmiede hallt über den Bach, und zwischen den Häusern verweben sich die Stimmen von Menschen und Zwerge zu einem lebendigen Klangteppich. Es riecht nach Harz, Rauch und dem kräftigen Geruch der Bollen, die in langen Ställen gehalten werden. Aus einer niedrigen Hütte steigt der herbe Duft der Enzianbrennerei, in der die Wurzeln des Gebirgsenzians zu scharfem Geist gebrannt werden. Menschen und Zwerge leben hier eng beisammen, teilen Arbeit, Mühen und Feste. Lachen klingt von den Höfen her, Kinder tollen zwischen Holzstapeln, während die Erwachsenen Holz, Erz, Käse und Bollenfleisch für den Winter bereiten. Im Sommer wirkt das Dorf wie ein Ort des Friedens, wo Handwerk und Ernte den Wohlstand sichern. Doch jeder weiß: Sobald der Winter das Land ergreift, wird der Pfad nach Norden unpassierbar, Älmler und Säumer ziehen ins Dorf, und das Leben wird hart, frostig und voller Entbehrungen. Doch genau in dieser Härte liegt auch die Kraft des Landes – und seiner Menschen. Nur Zusammenhalt trägt sie durch die langen, eisigen Monate, und nur wer Bollhag kennt, begreift, dass Freude und Härte hier untrennbar miteinander verwoben sind.

Hoch oben, dort, wo die Wälder enden und die saftigen Matten beginnen, liegt Almruh. Im Sommer weiden hier Ziegenherden auf den fetten Almmatten, ihr Läuten hallt von den Felswänden wider. Rauch steigt aus den Schornsteinen der kleinen Hütten, und aus der Sennerei dringt der kräftige Duft frisch gekochter Milch. In der Käserei lagern Laibe von Ziegenkäse, während draußen Enzian für die Destille im Dorf Bollhag gestochen und zum Trocknen ausgelegt wird. Im Winter aber verstummt der Weiler fast gänzlich: nur wenige Hütten bleiben bewohnt, und die Alm fällt in einen stillen Schlaf, bis die Herden mit dem Frühling wiederkehren.

Ganz im Süden und im tiefen Schatten der Fichten liegt Hainruh, eine Siedlung von Köhlern, Forstleuten und Jägern. Schwarze Rauchschwaden steigen aus den Meilern auf, der Geruch von Kohle und Harz hängt schwer in der Luft. Zwischen den einfachen Holzhütten spannen sich Leinen voller Häute, und das Klopfen von Beilen mischt sich mit dem Knacken der Feuer. Hier wird Holz geschlagen, Kohle für Schmieden und Destillen gebrannt, Wild erlegt und zu Fleisch und Leder verarbeitet. Fallensteller und Jägerfamilien kennen jeden Pfad im Forst, und ein kleiner Jagdposten wacht über die tiefen Wälder. Hainruh ist rau und schmucklos – doch ohne seine Arbeit könnte Bollhag nicht bestehen. Und so gilt hier wie überall im Land der Spruch des Hauses Bollenschlag: „Eher bricht der Bollhag, als unser Wille!“

Der Hof und seine Ämter

Hofhaltung des Junkerguts Bollhag

Zusammenfassung

  • Name: Gut Bollhag
  • Lehensherr/in: Junkerin Ermenegilda von Bollenschlag
  • Wappen: auf Silber eine schwarze schreitende Bolle unter einem Schildhaupt von schwarz-weißem Eisenhutfeh
  • Residenz: Motte bei Dorf Bollhag
  • Wichtige Familien: Familie Bollenschlag
  • Einwohner: 350
  • Zwerge: 60
  • Hauptort: Dorf Bollhag
  • Siedlungen: Dorf Bollhag, Dorf Steinwacht, Weiler Köhlersrast, Weiler Almruh, Weiler Hainruh
  • Burgen und Schlösser: eine Motte
  • Untergeordnete Lehen: keines
  • Tempel: Firuntempel, W6 Schreine
  • Landschaften: Eisenwald, Bollhager Massiv
  • Gewässer: Diverse Gebirgsbäche, die im südlichen Tal nach Almada, nördlich des Gebirgszuges, der das Lehen teilt, aber nach Norden zum Großen Fluss abfließen.
  • Besonderheiten: Bollen (flugunfähige dickliche Hühnervögel) in den Wäldern, Grenze zu Almada und Fuchsgau

Geschichte

Chronik Gut Bollhag

Offizielle Quellen

Briefspielgeschichten


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