Nordmärker Titulatur und Anreden

Viele Anreden Adliger sind im gesamten Mittelreich gleich - so erfreut sich ein einfacher Ritter der Anrede 'Hoher Herr', ein belehnter Ritter, Edler oder Junker der Anrede 'Euer Wohlgeboren', ein Baron ist mit 'Euer Hochgeboren' korrekt tituliert, dem Grafen gebührt 'Euer Hochwohlgeboren' und dem Herzog gar 'Hoheit'.

Darüber hinaus gibt es in den Nuancen viele regionale Unterschiede. In den Nordmarken gilt seit alters her Folgendes:

Die Kinder eines noch lebenden Adligen, sofern sie über kein eigenes Lehen verfügen, steht eine Anrede eine Stufe unter der des elterlichen Lehnsträgers zu. Das Kind eines Grafen somit mit 'Hochgeboren', eines Barones Kind (diese werden mit Baroness bzw. Baronet betitelt) mit 'Wohlgeboren', eines Junkers oder Edlen Kind mit 'Junger Herr' oder 'Junge Dame'. Im Hochadel - ab Grafenrang - steht zudem dem Erben des Lehnsträger noch ein vorgestelltes 'allerprinzlichste' zu - Ihre allerprinzlichste Hochgeboren Lechmin Alara Greifax ist, im Gegensatz zu ihrem jüngeren Bruder, Seiner Hochgeboren Hlûthar Diemut Greifax, somit die künftige Erbin der Gratenfelser Grafenkrone.

Verfügt ein Sprößling eines Adligen über ein eigenes Lehen, so kann die Anrede diesem Rang entsprechend gewählt werden. In der Regel wird der Gesprächspartner sein Gegenüber gemäß dessen höchstem Titel ansprechen, ein anderes Vorgehen wäre äußerst unhöflich, manchesmal gar ehrabschneidend (und somit ein valider Grund für eine Duellforderung). Eine mit gewisser Vorsicht zu nutzende Ausnahme ist es, wenn ein bestimmter Titel hervorgehoben werden soll, die sichere und höflichere Seite indes ist es, stets den höchstmöglichen Rang in der Ansprache zum Ausdruck zu bringen.

Bei einem Vogt wird zuerst unterschieden, ob er eine Funktion anstelle eines Lehnsträgers ausübt (beispielsweise den Herzog oder Grafen auf einem von dessen Gütern als Baron 'vertritt') und die Andrede für diese Lehensfunktion nicht für eine andere Person genutzt wird - oder ob er einem Lehnsträger zuarbeitet (und so vielleicht für eine magisch begabte Baronin das Lehen verwaltet), während die besagte Baronin selbstverständlich als 'Euer Hochgeboren' tituliert wird. Den ihr untergeordneten Vogt ihres Gutes mit der gleichen Anrede zu bedenken, käme keinem Lehnsmann im Herzogtum am Großen Fluss in den Sinn - der Vogt mag auf ein 'Wohlgeboren' rechnen.

Ein wunder Punkt seit der Ochsenblute Urkunde ist die Benennung von kaiserlichen Vögten.

Üblich im Mittelreich ist seitdem die Bezeichnung 'Pfalzgraf' für einen Statthalter der Kaiserin - und sei das von ihm verwaltete Gut noch so klein. Und als Graf, analog gar zu den Sewerischen Brückengrafen, gebührt diesem dann die Titulatur 'Hochwohlgeboren', auch wenn er nur ein Gut in der Größe eines Gutshofs verwaltet. Zwar führte diese Regelung nicht zu Begeisterung unter den Angroschim in Diensten des Herzogtums, war dies doch eine Abkehr von gutem altem Recht, doch einem kaiserlichen Edikt zuwiderzuhandeln, dies ist auch am Hofe der Nordmarken kein guter Brauch.

-- IseWeine - 01 Sep 2014

Topic revision: r6 - 14 Oct 2016 - 18:03:24 - IseWeine
 

This site is powered by the TWiki collaboration platformVerwendung der Marke und Inhalten von DAS SCHWARZE AUGE mit freundlicher Genehmigung der Ulisses Medien & Spiel Distribution GmbH. Copyright © 2010 by Significant GbR für die Marke DAS SCHWARZE AUGE in Wort und Bild, by Alpers, Fuchs, Kramer, Neigel für die Inhalte. Diese Website enthält nicht-offizielle Informationen zum Rollenspiel Das Schwarze Auge und den dazugehörigen Kontinent Aventurien. Diese Informationen können im Widerspruch zu offiziell publizierten Texten stehen, wenngleich wir bemüht sind, Widersprüche zu vermeiden. Nähere Angaben findet Ihr im Impressum.
Für alle nicht durch obige Copyrights abgedeckten Inhalte gilt:
Copyright © by the contributing authors. All material on this collaboration platform is the property of the contributing authors.
Ideas, requests, problems regarding TWiki? Send feedback